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Projekt: „Spiele aus aller Welt“  mit den Kl. 1a und 1b

 

Kinder spielen sich ins Leben was bedeutet, dass das Spiel der Kinder keine Spielerei ist. Das Spiel(en) hat im Leben von Kindern weder etwas mit zufälliger Freizeitgestaltung noch mit einer rein lustbetonten Tätigkeit zu tun.

Es ist kein Nebenprodukt einer Entwicklung noch ist es ein verzichtbares Produkt im Lebenszyklus eines Menschen! Das Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen, Beobachtungen und Erlebnisse im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen. Und neben dem Elternhaus als basale Entwicklungsinstitution, in der das Kind individuelle und kommunikative Fähigkeiten aufbauen kann, ist die Schule der Ort, an dem das begonnene Fundament gefestigt und ausgebaut werden kann. Darauf haben schon vor vielen Jahren Entwicklungspsychologen hingewiesen, darauf weisen heutige Entwicklungsforscher noch dezidierter hin. So hat das Spiel grundsätzlich drei Funktionen in sich vereint:

Erstens ist das Spiel von ganz entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes; zweitens ist das Spiel der Nährboden für einen darauf aufbauenden Erwerb von notwendigen schulischen sowie beruflichen Fähigkeiten und drittens gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Spiel- und Schulfähigkeit. Ich muss immer häufiger feststellen, dass die Spielfähigkeit von Kindern im starken Maße wenig ausgeprägt ist.

Spielen bedeutet den Erwerb von Kompetenzen alles, was Kinder sehen und hören, fühlen, in Händen halten und begreifen, wird schnell zum Spiel. Ob es das Ziehen von Mustern auf dem Kartoffelbrei, das Selbstunterhaltungsspiel beim Anziehen, das Grimassen ziehen beim Waschen vor dem Spiegel, das Aufheben und Werfen eines Steines oder das Klettern auf einen Baum ist: Sofort entsteht schnell eine Spielhandlung. Es ist die "handelnde Auseinandersetzung" der Kinder mit ihrer gesamten Umwelt. Kinder wollen sie entdecken, verstehen, sich ihren Gesetzmäßigkeiten annähern und sich mit unbekannten Dingen vertraut machen. Es ist ihre Welt der ständigen Begegnung mit Neuem und mit Handlungsmöglichkeiten, die wiederum die Kinder als eine völlig natürliche Handlungsmotivation/-provokation erfassen. Entsprechend dem Motto "Das Unbekannte muss bekannt werden, das Neue wartet auf eine persönliche Entdeckung, das Reizvolle will erlebt werden!"

Die Ziele für das Projekt „Spiele aus aller Welt“ liegen auf der Hand: die Spielfähigkeit als eine Kind eigene, lebensnotwendige Ausdrucks-, Erfahrungs- und Erlebniswelt muss verstärkt aufgebaut werden, um Kindern ihren ursprünglichen Reichtum an Ausdrucksverhalten und den vielfältigen, damit verbundenen Lernmöglichkeiten wiedererlebbar zu machen. Kinder brauchen, eine unmittelbare Welt und ein entsprechendes Bedingungsgefüge, die ihnen erlauben, intensives Spielen mit aktiven Mitspieler zu erleben. Spielen unterstützt die Lernfreude, die Lernmotivation und damit die Neugierde. Albert Einstein hat einmal über sich berichtet, dass er bekannter Weise nicht besonders begabt sei oder in irgendwelcher Art und Weise vorschulisch getrimmt wurde. Allerdings sei er stets besonders neugierig gewesen. Heute weiß man, dass Neugierde die Voraussetzung zum Lernen ist. Und der allen bekannte Entwicklungspsychologe Piaget meinte: "Alles, was wir die Kinder lehren, können sie nicht mehr selbst entdecken und damit wirklich lernen." Spiele vollziehen sich nicht in Linie auf irgendwelchen Tischen, sondern geschehen dort, wo das Leben pulsiert: in spannenden Projekten, in Höhlen und Buden, auf Bäumen und auf dem Boden, in selbst gebauten Hütten, im Wald und auf Wiesen, in Knicks und im Buschwerk, beim Hämmern und Sägen, Laufen und Buddeln, Schätze entdecken, bei lebendigen Festen und geheimnisvollen Erkundungen. Dort spielt sich das wirkliche Leben der Kinder ab.

 

Das Projekt wurde von der Schulsozialarbeit organisiert und aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt finanziert.